Kinderbetreuung

Sommerbesuche 2018: Kinderbetreuung

Sommerbesuche die zweite: beim Besuch der AWO Ferienbetreuung in der Grundschule Grundschöttel tauschten sich Lokalpolitiker der SPD und Erzieherinnen der AWO über die Bedeutung von Betreuungsangeboten für Kinder im KiTa- und Grundschulalter aus. Für die Genossen steht dabei fest: mit einer verlässlichen und qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung schafft sich Wetter einen echten Standortvorteil und tut konkret etwas, worüber sonst nur geredet wird.
Mit dem Klingeln des Eiswagens kündigte sich am vergangenen Mittwoch nicht nur eine willkommene süße Erfrischung auf vier Rädern auf dem Schulhof der Grundschule in Grundschöttel an. Hier, wo die AWO in diesem Jahr ihre Ferienbetreuung für die Kinder des Offenen Ganztags aller ihrer Angebote in Wetter organisiert hat, wollen sich auch SPD-Chef Peter Zinn, Bürgermeister Frank Hasenberg und Björn Bösken, Mitglied im Jugendhilfeausschuss, ein Bild von der Betreuungssituation in Wetter machen und konkrete Unterstützung anbieten. Zuerst aber, vor den ganzen schweren Themen, gibt es Eis für alle kleinen und großen Menschen, die als Interviewpartner für die Kommunalpolitiker bereit stehen.
Schnell kommt Beate Röntgen, leitende Erzieherin am Standort Grundschöttel, aber auf ihre großen Sorgen zu sprechen: „Wir verlangen endlich, dass das Land einheitliche Standards für den Offenen Ganztag an Grundschulen definiert“, so die erfahrene Pädagogin. „Derzeit existieren weder Vorgaben was die Räumlichkeiten betrifft noch den Personalschlüssel. Entsprechend gering ist damit auch die Vergütung vom Land, denn wo keine Standards festgelegt sind, kann man immer nach unten drücken“, vermutet Röntgen eine Ursache, warum sich seit Jahren keine Landesregierung an diese Standards heran traut. Ein Leid, das Frank Hasenberg nur zu gut nachvollziehen kann: „Träger wie die AWO und die Kommunen sitzen hier in einem Boot. Auch wir fordern diese Standards seit Jahren ein, um verbindlich planen zu können. Ohne verbindliche Standards sind Zuschüsse der Stadt für den Offenen Ganztag nur freiwillige Leistungen. Das heißt bei knapper Kasse muss hier zuerst der Rotstift angesetzt werden, dazu sind wir gesetzlich gezwungen“, ärgert sich der Bürgermeister.
Ein Hebel, um wenigstens die Eltern zu entlasten, ist die städtische Beitragsordnung für Kindertagesstätten und den Offenen Ganztag: „Im KiTa-Bereich haben wir soeben den Freibetrag, also das Einkommen, bis zu dem Eltern keine Beiträge für die Betreuung bezahlen müssen, auf 25000 Euro pro Jahr erhöht. Das wird analog auch für den Offenen Ganztag passieren. Ein Anfang, aber noch nicht ausreichend, wir wollen eine wesentlich weitergehende Beitragsfreiheit erreichen, denn Bildung auch im außerschulischen Bereich muss für alle erschwinglich sein“, stellt Björn Bösken klar.
Genauso wichtig ist den Genossen aber auch die Qualität des Angebots im Offenen Ganztag. Und dafür braucht es natürlich das Geld. „Daher müssen wir als gesamte Gesellschaft endlich dafür sorgen, dass ausreichend Mittel für außerschulische Bildungsangebote bereitgestellt werden. Es kann nicht sein, dass die Bundesregierung die Ausgaben für Rüstung im Handstreich um mehrere Milliarden pro Jahr erhöht, Deutschland bei den Bildungsausgaben aber seit Jahren auf dem Niveau von Russland oder Indonesien liegt“, so Peter Zinn. Die OECD stellte etwa im letzten Jahr fest, dass Deutschland pro Jahr 30 Milliarden Euro mehr für Bildung aufwenden müsste, um nur den Durchschnitt aller Industrienationen zu erreichen. „Wenn wir dieses Geld, das in Form horrender Vermögen und steuerhinterziehender Konzerne ja mehr als reichlich vorhanden ist, endlich für die gezielte Förderung von Kindern aus allen sozialen Schichten nutzen könnten, dann hätten Kinder endlich gleiche Startchancen ins Leben“, appelliert Zinn.

Pressemitteilung vom 21.08.2018

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