Fakten statt Halbwahrheiten:

das passiert wirklich am Stadtsaal


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Am Stadtsaal wird kein Kahlschlag betrieben!

 Die Diskussion um die Neugestaltung der Außenanlagen am Stadtsaal wurde in den vergangenen Wochen nicht aufrichtig geführt. „Wenn ich Bürger um ihre Unterschrift für eine vermeintlich gute Sache bitte, dann habe ich einfach die Pflicht, sie unaufgefordert auch vollumfänglich zum ganzen Sachverhalt zu informieren“, konstatiert Dirk Fröhning, Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Diese Informationspflicht haben die Grünen bei ihrer Unterschriftensammlung sträflich vernachlässigt; sie arbeiten mit Halbwahrheiten und betonen stets nur die Fakten, die ihre ideologische Linie stützen. SPD-Chef Peter Zinn bringt es auf den Punkt: „So macht man keine verantwortungsvolle Politik, so macht man Populismus“.

Fakt ist, dass zur Neugestaltung des Stadtsaalumfeldes in Form einer durchgängig ebenen Fläche in hellem, für das Stadtklima an heißen Tagen positivem Bodenbelag zwölf der insgesamt 24 dort stehenden Platanen entfernt werden müssen. Es kommt also keineswegs zu einem Kahlschlag, wie immer wieder behauptet wurde. Die Fällung dieser Bäume geschieht nicht wahllos, sie richtet sich neben gestalterischen Aspekten auch nach der Schwere des Befalls der Bäume mit dem Massaria-Pilz, unter dem seit Beginn der 2000er Jahre nahezu sämtliche Platanen-Bestände in Westeuropa leiden. Damit es bei den Bäumen am Stadtsaal nicht durch Massaria-bedingte Astabbrüche kommt, die entweder den Stadtsaal selbst oder – noch schlimmer – seine Besucher treffen könnten, wird der dortige Baumbestand mindestens zweimal jährlich unter hohem Material- und Kostenaufwand kontrolliert. Eine Beseitigung des Pilzes ist bisher nicht möglich; lediglich ist bekannt, dass die Ausbreitung durch einen dichten Stand der Bäume begünstigt wird. Somit müssen die am schlimmsten betroffenen Platanen nun weichen, auch um die gesünderen zu stärken und am Leben zu erhalten.

Schließlich wird in Wetter – wie in ganz Deutschland – kein einziger Baum ersatzlos gefällt. Im Rahmen der Umgestaltungsmaßnahme ist die Ausgleichspflanzung von insg. 40 neuen Bäumen vorgeschrieben, 14 davon werden an Ort und Stelle gesetzt werden. Diese sind dann so ausgewählt, dass sie von Ihrem Wuchs und den Standorterfordernissen besser zum innerstädtischen Bereich passen als die krankheitsanfälligen und pflegeintensiven Platanen. Die weiteren 26 Ausgleichspflanzungen werden im Stadtgebiet Wetters vorgenommen, sodass sich die städtische Gesamt-Bilanz des Baumbestandes sogar verbessert, gerade auch was seine Fähigkeit zur Speicherung von Kohlenstoff aus der Luft angeht. Junge Bäume brauchen – ganz ähnlich wie junge Menschen – mehr Energie für ihr Wachstum als ältere. Daher nehmen Sie auch mehr CO2 aus der Luft für den Aufbau von Stamm- und Astholz auf alte Bäume, die ihr Wachstum im Wesentlichen abgeschlossen haben. Aus diesem Grund ist ein bewirtschafteter Wald, in dem regelmäßig aufgeforstet wird, auch eine effektivere CO2-Senke als ein alter, natürlicher Urwald. Übrigens: laut Statistik des Landes NRW hat die Stadt Wetter seit 2004 über 30 ha Waldfläche hinzugewonnen.

Pressemitteilung vom 10.09.2019


Weiterführende Links:

Gut bebilderte Erläuterungen der Stadt Berlin zur Massaria Krankheit:
https://www.berlin.de/senuvk/pflanzenschutz/merkblaetter/de/download/massaria_an_platane.pdf

Präsentation des Planungsbüros landscape zum Stadtsaal-Umfeld:
https://wetter.ratsinfomanagement.net/sdnetrim/…/Praesentation_Stadtsaalumfeld.pdf

Die Waldfläche in Wetter ist seit 2004 um 30 ha gewachsen (s. S. 27):
https://www.it.nrw/sites/default/files/Kommunalprofile/l05954032.pdf

Die Deutschen Wälder speichern pro Hektar und Jahr ca. 13 t CO2 , gemittelt über alle Altersklassen:
https://www.bundeswaldinventur.de/dritte-bundeswaldinventur-2012/klimaschuetzer-wald-weiterhin-kohlenstoffsenke/

Junge Bäume sind effektivere Kohlenstoffsenken als ältere:
https://biooekonomie.de/nachrichten/junge-baeume-sind-bessere-co2-speicher