Sommerbesuche 2018: Wohnen in Wetter ist mehr als nur Einfamilienhäuser

Großes Aufgebot beim letzten öffentlichen Sommerbesuch der SPD Wetter in diesem Jahr: sind sonst regelmäßig vor allem die Fachpolitiker der Ratsfraktion vor Ort, so kamen zum Gesprächstermin mit der Wohnungsgenossenschaft des Ennepe-Ruhr-Kreises gleich acht Genossinnen und Genossen zusammen, denn das Thema Wohnen in Wetter über alle Lebensphasen hinweg geht wirklich alle an.
Sommerbesuch_2018_EN_Wohnen

Wetter ist voll. Die Wohnungssuche – egal ob zur Miete oder zum Kauf – gestaltet sich langwierig. Was auf der einen Seite die hohe Attraktivität Wetters als Wohnort ausdrückt, ist auf der anderen Seite ein echtes Problem, etwa wenn im Alter das Einfamilienhaus zu groß wird und daher eine kleinere Wohnung her soll. Die kann natürlich nicht irgendwo liegen, sondern sollte im gleichen Quartier sein, das seit Jahrzehnten die Heimat ist. Und natürlich muss auch der Standard passen. All diese Punkte kennt Alexander Dyck nur zu gut. Der Geschäftsführer der EN Wohnen, die den größten Teil ihres Immobilienbestandes in Wetter hat, bekommt laufend Anfragen in diese Richtung.
Neben den vielen Sanierungen ihres Bestandes in Wetter wird EN Wohnen daher nun auch wieder im Neubau aktiv. Die alten, maroden Häuser an der Karl-Siepmann-Straße 8 und 10 werden im kommenden Jahr einem Neubau weichen, der mit dazu beitragen soll, eine Versorgungslücke zu schließen. „Sowohl mit kleineren Wohnungen bis 70 qm und mit größeren ab 100 qm sind wir ganz gut versorgt, wo wir immer wieder Anfragen bekommen sind die mittleren Größen zwischen 75 und 95 qm“, so Dyck. Eine Einschätzung, die auch die wetteraner Genossen durch ihre Gespräche bestätigen können. Daher wollen sie nun wieder verstärkt auf den Geschosswohnungsbau setzen, um den in den vergangenen Jahren reichlich geschaffenen Wohnraum in Ein- und Zweifamilienhäusern sinnvoll zu ergänzen.
Problematisch wird es hingegen bei der grundsätzlichen Neuausweisung von Bauland, denn hier wird Wetter durch die Vorgaben des Regionalplans stark beeinflusst. „Auch wenn wir Bauland ganz neu ausweisen wollten, wir dürfen es aktuell kaum noch“, weiß Bürgermeister Frank Hasenberg. Die Strategie der SPD ist es daher, gezielt Baulücken zu schließen und Brachflächen zu revitalisieren. „Dadurch schaffen wir nicht nur neuen Wohnraum, wir bieten auch die Möglichkeit, etwa im Alter im bekannten Quartier wohnen zu bleiben und nicht auf die grüne Wiese ziehen zu müssen“, erklärt SPD-Chef Peter Zinn. Auch Landrat Olaf Schade ist davon überzeugt, dass eine sinnvolle Entwicklung von Wohnraum nur im Kontext des Quartiers passieren kann: „Zum Beispiel hier in Grundschöttel ist alles da, was man zum Leben braucht. Ein Supermarkt, eine Grundschule und eine KiTa, dazu Ärzte. Solche Strukturen funktionieren so lange, wie es genug Einwohner gibt, die sie nutzen“.
Die Marschroute für Wetter ist in diesem Sinne abgesteckt: keine großen Neuausweisungen in der Peripherie, sondern kluge Umnutzung und Ausweitung von Flächen in funktionierenden Quartieren – wenn nötig auch zu besonders günstigen Konditionen, um die resultierenden Mieten bezahlbar zu halten. Auch wenn in Wetter noch ein sehr moderates Mietniveau herrscht, sind die Genossen davon überzeugt, dass bezahlbarer Wohnraum gerade in Ballungsregionen eine der zentralen sozialen Fragen der nächsten Jahre und Jahrzehnte sein wird. „Daher müssen Land und Bund wieder viel stärker im sozialen Wohnungsbau aktiv werden, die Privatisierungswelle der 90er Jahre war ein großer Fehler, den wir im EN-Kreis zum Glück nicht gemacht haben“, konstatiert Peter Zinn. „Auch wenn die Bundesregierung nun mehr Geld für Sozialwohnungen gibt, ist das keine kurzfristige Hilfe, denn es fehlen Grundstücke, auf denen gebaut werden könnte, sowie Kapazitäten bei Baufirmen. Hier wurde von Seiten der großen Politik einfach zu lange geschlafen“, resümmiert Zinn.

Pressemitteilung vom 28.08.2018

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