Menschenschutz vor Baumschutz!

Mit einem offenen Brief an die Stadtverwaltung hat der SPD-Ortsverein Wengern nun Stellung zu den gerade im Gange befindlichen Baumfällungen im Stadtgebiet bezogen. Auslöser war ein Baum-Unfall in der vergangenen Woche: „Auch wenn der angekündigte Orkan ja bei Weitem ausgeblieben ist, so sind doch viele Äste bis hin zu ganzen Baumteilen auf den Parkplatz des Vereinsheims gestürzt“, berichtet Michael Kramer vom SPD-Ortsverein Wengern. „Glücklicher Weise ist dabei nur ein Sachschaden an einem PKW entstanden, Größe und Fallhöhe der Äste hätten aber auch Schlimmeres zugelassen“, so Kramer, der auch im Vorstand des Elbschehallenvereins aktiv ist. Der Parkplatz des Vereinsheims neben der Elbschehalle und der unmittelbar angrenzende Weg entlang der Elbsche sind beliebte Spazierwege in Wengern, mit und ohne Hund. „Es war also reines Glück, dass hier keine Menschen zu Schaden gekommen sind“, stellt Kramer nüchtern fest.

Die SPD Wengern begrüßt daher die gegenwärtig im gesamten Stadtgebiet Wetters durchgeführte Prüfung aller Bäume hinsichtlich ihres Zustandes unter dem Aspekt der Verkehrssicherung. „Der Elbschehallenverein hatte den bedenklichen Zustand der großen Bäume am Vereinsheim-Parkplatz schon mehrmals gegenüber dem zuständigen Vertreter des Stadtbetriebes angemahnt, mit Verweis auf den Schutz der Bäume ist hier allerdings kein Rückschnitt passiert, der nun durch die Natur erledigt wurde“, fasst Ortsvereinsvorsitzender Alexander Müller die bisherigen Aktivitäten in der Sache zusammen. „Für uns ist klar, dass die Verkehrssicherheit der Bäume im unmittelbaren Stadtgebiet Vorrang haben muss zu sicherlich auch berechtigten, aber eben nachrangigen ökologischen Gesichtspunkten. Menschenschutz vor Baumschutz“, fordert Müller pointiert überspitzt. Dass es in diesem Sinne nun bereits zu diversen Rückschnitten an Verkehrswegen in Wetter gekommen ist, freut die Wengeraner Genossen dabei sehr. Hier gehen fachkundige Förster mit dem nötigen geschulten Auge bedacht aber entschieden vor, sodass vor allen Dingen an viel genutzten Verkehrswegen mehr Sicherheit herrscht. „Kein Verständnis können wir daher für die kürzlich in der Presse geäußerten Unterstellungen der Grünen, die Kettensäge würde in Wetter wahllos kreisen, aufbringen. Hier wird versucht, einen Widerspruch zwischen Sicherheit und Naturschutz zu konstruieren, der überhaupt nicht da ist. Schließlich haben Bäume in der Stadtgestaltung eine gänzlich andere Aufgabe als Bäume im Wald, von dem wir in Wengern und ganz Wetter zum Glück reichlich vorfinden“, so Müller.

Download: offener Brief (PDF)

Pressemitteilung vom 02.03.2017

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