Am Stork: Fakten, Fakten, Fakten

In einer Verlautbarung stellt die grüne Ratsfrau Karen Haltaufderheide eine Vielzahl von Behauptungen im Kontext der Gewerbeflächenentwicklung in Wetter auf. Diese sind jedoch weder durch mit Quellenangaben belegten Fakten untermauert noch durch Expertenwissen von relevanten Akteuren gestützt. Das soll hier nachgeholt werden.

Frau Haltaufderheide behauptet, dass …

… “in den vergangenen Jahren auf neuen Gewerbeflächen kaum neue Arbeitsplätze geschaffen worden [sind]”. Fakt ist, dass in Wetter trotz des teils massiven Rückgangs von Arbeitsplätzen im produzierenden Gewerbe – Schrumpfung der Demag, Schließung Reme – in den letzten knapp 20 Jahren ca. 1.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (SVB) neu geschaffen werden konnten. Lag die Anzahl der SVB in Wetter 1999 noch bei 10.281, so sind es 2014 11.128, was einer Steigerung von 8 Prozent entspricht.
Quelle: Kommunalprofil Wetter (Ruhr), erstellt durch IT.NRW

… “durch fortschreitende Automation sich […] die Zahl der Arbeitsplätze sogar verringert”. Fakt ist, dass bei neuen Gewerbeansiedlungen sogar weniger Fläche pro SVB benötigt wird als bei älteren Betrieben. Die sog. Flächenkennziffer, also wie viel Quadratmeter Gewerbefläche pro SVB nötig sind, beträgt im GesamtBestand der Metropole Ruhr (Stand: 2014) 321 qm/SVB. Betrachtet man aber nur die Neuansiedlungen zwischen 2005 und 2013, so sinkt die Flächenkennziffer signifikant auf 250 qm/SVB. Moderne Betriebe sind also flächenschonender als der Durchschnitt.
Quelle: Marktbericht III Gewerbliches Flächenmanagement Ruhr 2014 der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr

… “[es] ein frommer Wunsch sei, die Vergabe der Grundstücke durch die Politik an Zahl und Qualität der Arbeitsplätze zu binden”. Fakt ist, dass die Ordnung zur Regelung der Zuständigkeiten für die Ausschüsse und den Bürgermeister der Stadt Wetter (Ruhr) Grundstücksgeschäfte zwischen 25.000 Euro und 75.000 Euro in die Zuständigkeit des Hauptausschusses verweist, alles darüber hinaus gehende in die des Rates.
Quelle: Ordnung zur Regelung der Zuständigkeiten für die Ausschüsse und den Bürgermeister

… “aus bodenschutzrechtlicher Sicht […] die Planung zweifellos keinen wünschenswerten Beitrag zu dem in Nordrhein-Westfalen verfolgten Ziel [darstellt], das tägliche Wachstum von Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf fünf Hektar […] zu reduzieren”. Fakt ist, das dieses “5 ha Ziel” aufgrund der massiven Kritik von Gemeinden und Wirtschaftsverbänden in der finalen Fassung des Landesentwicklungsplans NRW vom Ziel zu einem Grundsatz herabgestuft wurde, also keine feste Vorgabe ist. Doch selbst diesen ambitionierten Grundsatz unterschreitet die Stadt Wetter bei weitem. Das Stadtgebiet Wetters hat einen Anteil von 0,09 % an der Fläche NRWs. Rechnerisch entfielen somit von 5 ha/Tag auf Wetter ein Anteil von 45 qm/Tag. Das letzte auf der “grünen Wiese” realisierte Gewerbegebiet, das Schöllinger Feld mit seinen 14 ha, wurde vor ca. 25 Jahren versiegelt. Rechnerisch beträgt die Versiegelung dadurch also 15 qm/Tag, somit nur ein Drittel des Wetter selbst bei strikter Befolgung des 5 ha Grundsatzes zustehenden Anteils.
Quelle: Landesentwicklungsplan NRW 2016

… “die SPD auch nichts zu dem Verlust eines bedeutenden Naherholungsgebietes für Volmarstein [sage]”. Fakt ist, dass das geplante Gewerbegebiet unmittelbar an die A1 angrenzt, die laut einer Verkehrszählung von Straßen.NRW aus dem Jahr 2009 in Höhe Hagen von 109.000 KFZ pro Tag genutzt wird. Damit zählt sie zu den meistbefahrenen Autobahnen NRWs. Ob hier von einem Naherholungsgebiet zu sprechen ist, kann also stark in Zweifel gezogen werden.
Quelle: Landesbetrieb Straßen.NRW

Die Behauptungen der Frau Haltaufderheide halten somit einer objektiven Prüfung anhand nachvollziehbarer Quellen nicht stand. Zu klären bleibt nur noch, ob Frau Haltaufderheide diese Falschbehauptungen aufgrund von Unwissenheit, mangelnder Sorgfalt oder gar mit voller Absicht getätigt hat.

Pressemitteilung vom 25.08.2015

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